Wenn in kurzer Zeit viele Verletzte oder Erkrankte versorgt werden müssen, zählt jede Minute – und jede Entscheidung. Um in solchen Ausnahmesituationen künftig noch schneller und gezielter handeln zu können, hat der Rettungsdienstbereich Erding zum 1. November 2025 das IVENA-MANV-Modul eingeführt. Das digitale System hilft dabei, Patienten im Falle eines Massenanfalls von Verletzten optimal auf die umliegenden Kliniken zu verteilen.
Digitale Unterstützung für kluge Entscheidungen Nach dem Beschluss im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Erding wurde die Einführung des Moduls in enger Zusammenarbeit mit der Integrierten Leitstelle Erding umgesetzt. Unter der Federführung von Maximilian Haas, Systemdministrator wurde das taktische Konzept erarbeitet – mit dem Ziel, im Ernstfall schnell, zielgerichtet und ressourcenschonend handeln zu können. „Das System sorgt dafür, dass jeder Patient so rasch wie möglich in das am besten geeignete Krankenhaus kommt – und das mit minimalem Koordinationsaufwand“, erklärt Haas.
Nach der Konzeptphase wurden alle Hilfsorganisationen im Rettungsdienstbereich Erding eingeladen, um das Vorhaben gemeinsam abzustimmen. In konstruktiven Gesprächen wurde das Konzept feinjustiert – am Ende stand die einstimmige Zustimmung aller Beteiligten. Im nächsten Schritt starteten die technischen und organisatorischen Vorbereitungen. Die beteiligten Krankenhäuser meldeten ihre Kapazitäten, die IT-Firma mainis IT Service GmbH pflegte die Daten ins System ein, und sowohl das Klinik- als auch das Leitstellenpersonal wurde intensiv geschult.
Für die Disponenten der Leitstelle bedeutete das eine vierstündige Zusatzqualifikation, um im Ernstfall sicher mit dem neuen Modul arbeiten zu können.
Bevor das System offiziell in Betrieb ging, wurde eine große Übung mit Leitstelle, Kliniken und Softwarehersteller durchgeführt. In einem fiktiven Schadensszenario löste die Leitstelle den „MANV“ im Schulungsprogramm aus. Die beteiligten Kliniken – aus Ebersberg, Freising, Erding und Dorfen – erhielten in Echtzeit Benachrichtigungen und reagierten, als handle es sich um einen echten Einsatz: Kapazitäten wurden geprüft, Patientenströme koordiniert, Selbsteinweiser registriert.
Leitstellenleiter Hubert Maier zeigte sich beeindruckt:
„Ich bin sehr stolz, dass hier alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Jeder arbeitet mit Leidenschaft und Präzision – Hand in Hand, um das Beste für die Patienten zu erreichen.“
Das IVENA-MANV-Modul bietet zahlreiche Vorteile:
-Ressourcenschonende Alarmierung durch genaue Szenariobeschreibung
-Einheitlicher Informationsstand für alle Beteiligten
-Darstellung realer Kapazitäten der Kliniken
-Rückmeldemöglichkeiten zu Patientenstatus und Sichtungskategorien -Erfassung von Selbsteinweisern, die sich eigenständig in Krankenhäuser begeben.
So behalten Leitstelle und Krankenhäuser in jeder Lage den Überblick – auch dann, wenn sich Betroffene eigenständig in medizinische Versorgung begeben, bevor Einsatzkräfte eintreffen.
Nach der gelungenen Übung und der positiven Rückmeldung aller Beteiligten konnte das System pünktlich zum 1. November 2025 in den Echtbetrieb übergehen.
Mit der Einführung des IVENA-MANV-Moduls hat der Rettungsdienstbereich Erding einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung digitale, vernetzte Notfallversorgung gemacht – zum Wohl der Patienten und für eine noch effizientere Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte.

